Denaturierung, Fabrikzucker und Feinmehl

Denaturierung bedeutet im Grunde jede Änderung eines Objekts welche dieses Objekt aus
seinem natürlichen Zustand enthebt. Auf unsere Nahrung angewandt bedeutet Denaturierung
zum Beispiel: Erhitzen, Mahlen, Zerschneiden, Zusetzen von Geschmacks- und Farbstoffen,
Verwenden von Auszugsmitteln und jedweden weiteren Prozess der die "Natürlichkeit" eines
Nahrungsmittels verändert bzw. schädigt. Laut dieser Definition würde es also auch eine
Denaturierung bedeuten wenn zum Beispiel ein Mensch einen Apfel pflückt. Deswegen
unterscheiden wir in diesem Artikel Denaturierungsprozesse aufgrund der Stärke der
Denaturierung. Einen Apfel zu pflücken stellt dabei wohl eher eine geringere Denaturierung
dar als z.B. Nahrungsmittel übermäßig zu erhitzen und somit lebenswichtige Stoffe zu
zerstören. In diesem Artikel soll es also eher um schwerwiegendere Denaturierungsprozesse
von Lebensmitteln gehen, die vorrangig in industriellen Anlagen passieren.
So zum Beispiel die Herstellung von Fabrikmehl (Feinmehl, Auszugsmehl): Fabrikmehl wird
dadurch gewonnen, dass bereits gemahlenes Vollkornmehl gesiebt wird um die Kleie (die
Randschichten und die Keimanlage) abzusondern, der Rest (das nun reinweiße Fabrikmehl)
stellt aber nur einen isolierten Teil des gesamten Korns dar, das Problem dabei ist, dass in der
Kleie Stoffe vorhanden sind die eine bessere Aufnahme im Körper ermöglichen (z.B.
Vitamine und Mineralstoffe). Es ist also so, dass der Körper nun etwas zugeführt bekommt
was er nicht direkt als Nahrung verwerten kann, sondern erst über verschiedene,
innerkörperliche Prozesse abbauen kann. Welche negativen Auswirkungen das hat, betrachten
wir im Zusammenhang mit "Fabrikzucker", der ebenso wie Feinmehl zu den isolierten
Kohlenhydraten zählt, und daher auch ähnliche Auswirkungen auf den menschlichen
Organismus hat.

Die Herstellung von raffiniertem Zucker ("Fabrikzucker") stellt eine ebenso große
Denaturierung dar: raffinierter Zucker wird aus Zuckerrüben und Vollkorn in mehreren
technischen und chemischen Schritten herausgelöst. Das Resultat ist ein kristalliner, weißer
Stoff der, seit seiner ersten industriellen Herstellung im Jahr 1802, eine fast globale
Anwendung findet um Speisen zu süßen. Davor wurde Zucker als seltene "Kostbarkeit" nur
zu besonderen Anlässen verarbeitet, inzwischen in der alltäglichen Anwendung fast nicht
mehr wegzudenken: ca.12 Stück Würfelzucker in 0,33l Coca-Cola , 30 Stück Würfelzucker in
300ml Ketchup , 6 Stück Würfelzucker in 200g Fruchtjoghurt....usw. Doch warum soll das
nun so schlecht sein ? Inzwischen wurde nachgewiesen, dass es einen direkten
Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Diabetes, Adipositas (Fettleibigkeit),
Zahnschäden, Arteriosklerose, Gallensteinbildung und Herzinfarkten besteht. Fabrikzucker
als isoliertes Kohlenhydrat (ebenso wie auch Fabrikmehl (Feinmehl)) haben zudem
vielschichtige Auswirkungen auf den Vitamin-, Hormon-, und Mineralstoffhaushalt des
menschlichen Organismus. Eine gewohnheitsmäßige Aufnahme eines oder beider Stoffe
führen zum Beispiel zu einer Verschiebung im Säure-Basen Haushalt: Die isolierten
Kohlenhydrate regen die Säurebildung an aber können diese nicht binden da die dazu
notwendigen (basischen) Mineralstoffe fehlen. Diese Mineralstoffe baut der Körper über ein
komplexes Regelsystem aus den Knochen und Zähnen (daher auch die Verbindung: Zucker
ist schlecht für die Zähne, nicht nur weil er direkt wirkt, sondern auch von innen, aus dem
Körper heraus, da kann dann auch die beste Zahnpflege nicht mehr viel richten). Es wird vor
allem Kalzium, Kalium, Natrium und Magnesium abgebaut, Knochenerkrankungen sind also
ebenso vorprogrammiert. Weiterhin wirken die isolierten Kohlenhydrate dahingehend
schädlich, dass zu ihrem Abbau auch eine erhöhte Zufuhr von Vitaminen (vor allem B-Vitamine
aus z.B. Vollkornprodukten) von Nöten ist. Dies erfolgt aber im Regelfall nicht, so
muss der Körper sich wieder aus seinen eigenen Ressourcen bedienen, dass dies schadhafte
Folgen hat, lässt sich daran nachvollziehen, dass Vitamin B 1 (welches im besonderem Maße
zum Abbau benötigt wird) vor allem für das Funktionieren von Gehirn- und Nervengewebe
und des Herzmuskels benötigt wird. Durch den entstandenen Vitamin- und
Mineralstoffmangel kommt es zu Resorptionsstörungen, welche wiederum zu einem Vitamin-
und Mineralstoffmangel führen. Es sind aber auch noch weitere Effekte auf den Körper
nachweisbar: Schädigungen der Darmflora (es lassen sich Krankheitserreger sowie Pilze
nieder, die im Zucker eine, für sich, sehr gute Nahrung finden und sich dann auch
dementsprechend vermehren), Herabsetzung der Sauerstoffverwertung (häufiges Resultat:
Müdigkeit und Kopfschmerzen), Insulinogene Wirkung (Isolierte Kohlenhydrate stimulieren
einen erhöhten Insulinausstoß der Bauchspeicheldrüse (der Körper versucht den
Blutzuckerspiegel wieder auf Normalniveau zu bringen), durch die erhöhte
Resorptionsgeschwindigkeit der isolierten Kohlenhydrate sinkt der Blutzuckerspiegel jedoch
unter das Normalniveau, Folge sind Konzentrationsmangel, Übellaunigkeit und die Gefahr an
Diabetes zu erkranken), Erhöhte Infektionsgefahr, Begünstigung der Tumor- und
Metastasenbildung und eine generelle Schwächung des Immunsystems.

Was wäre also die Alternative ? Ganz klar lässt sich sagen, dass die Alternative zu
Feinmehlprodukten logischerweise Vollkornprodukte darstellen (Vollkornbrot,
Vollkornnudeln etc.) da diese mit dem vollen Korn hergestellt wurden. Das erleichtert dem
Körper die Aufnahme der Nahrung dadurch, dass die Stoffe die zur Resorption benötigt
werden schon "mitgeliefert" werden. Allerdings gibt es auch bei Vollkornbrot wieder
Vorbehalte vor industriell gefertigten Produkten, da diese vor allem mit "Kunstsauer"
gebacken werden, welches eine schnellere Produktion erlaubt da dieser schon nach 2 Stunden
"fertig" ist, im Gegensatz zum "Natursauer" der 5-6 Tage braucht. Der "Kunstsauer" besteht
aus einem Cocktail verschiedenster (auch chemischer) Stoffe welche wiederum schadhaft
sind. Zum anderen ist es per Gesetz erlaubt, Vollkornbrote lediglich 30 Prozent Vollkormehl
enthalten müssen, der Rest ist dann wieder das schadhafte "Feinmehl". Eine Unterscheidung
von diesen Mogelpackungen zu richtigen Vollkornbroten ist auch von daher schwierig da der
Teig meist mit Lebensmittelfarben oder Malz vorbehandelt wurde um nach "Vollkorn"
auszusehen. Am sichersten ist es wohl auf Produkte aus dem örtlichen Bioladen
zurückzugreifen. Eine Alternative zum Zucker zu finden ist da schon schwieriger: Dicksäfte
und Honig enthalten dennoch einen großen Anteil kristallinen Zuckers der ebenso schädlich
ist wie der pure Fabrikzucker. Süßungsmittel wie zum Beispiel Aspartam und Cyclamat, sind
rein chemische Stoffe und haben eine Reihe von schädlichen Wirkungen, wie z.B. die
Verlangsamung von Hirnströmen und ein erhöhtes Krebsrisiko, und sind damit wohl auch
nicht zu empfehlen. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit und Mannit sind Zuckeralkohole
die aus bestimmten Hölzern gewonnen werden. Diese Stoffe bewirken, dass sie von den
Bakterien des Dickdarms zur Gärung gebracht werden. Blähungen, Bauchschmerzen und
Durchfall sind die Folge (daher steht auf Kaugummis, die solche Stoffe enthalten, dass ein
"übermäßiger" Verzehr abführend wirkt, wobei nicht definiert werden kann was "übermäßig"
ist, das differiert wahrscheinlich von Person zu Person). Die einzige wirklich unbedenkliche
Alternative Zucker aufzunehmen (den der Körper schon braucht, aber in der richtigen Form)
ist die Aufnahme von Kohlenhydraten in Form von Obst, Getreide, Nüssen und Kartoffeln
welche durch gleich "mitgelieferte" Faserstoffe, Enzyme, Vitamine und Mineralien den
Abbau, im Körper, zum Endprodukt Glukose, sehr positiv beeinflussen.

Wie sieht es eigentlich mit konservierten Nahrungsmittel und Fertignahrung aus ?
Konservierte Nahrungsmitteln bzw. Fertignahrung entstehen unter mehreren Schritten die
eine starke Denaturierung des jeweiligen Lebensmittels bedeutet. Die Zutaten werden meist
mehrfach gewaschen wodurch die meisten wasserlöslichen Vitamine und Mineralstoffe
herausgelöst werden, anschließend wird die Nahrung zerkleinert. Um lange Haltbarkeit zu
erzielen, werden die Behälter großer Hitze ausgesetzt, es wird eingekocht. Durch die starke
Hitzeeinwirkung werden u.a. weitere bioaktive Pflanzenstoffe zerstört. Das Produkt was
entsteht hat praktisch kaum noch etwas von den Vitaminen, Mineralstoffen, bioaktiven
Pflanzenstoffen über. Einigen Produkten werden künstliche Vitamine zugesetzt, die jedoch
vom Körper nicht verwertet werden können da die bioaktiven Pflanzenstoffe fehlen die deren
Aufnahme begünstigen. Ähnlich ist es auch bei verschiedenen Vitaminpräparaten, denen
fehlen zumeist auch die bioaktiven Pflanzenstoffen und sie sind damit annähernd wertlos, der
größte Teil des aufgenommenen Vitamins wird wieder ausgeschieden da er nicht verwertet
werden kann. Ähnlich verhält es sich bei Obst- und Gemüsesäften, Vitamine sind künstlich
zugesetzt da durch die Verarbeitung der Früchte/Gemüse diverse wertvolle Vitamine und die
zur Aufnahme notwendigen bioaktiven Pflanzenstoffe fast gänzlich zerstört werden
Der Saft enthält lediglich nur die wasserlöslichen Vitaminen, jedoch ohne die Auxone
(bioaktive Pflanzenstoffe), die verbleiben nämlich in den Rückständen. Das Trinken von
Obst- oder Gemüsesäften führt zu einer beschleunigten Resorptionsgeschwindigkeit
gegenüber der gleichen Menge Obst oder Gemüse, die durch Essen aufgenommen wird; dies
kann krank machende Reaktionen auslösen. Wenn eine Menge Obst/Gemüse gegessen wird,
dann braucht der menschliche Körper eine gewisse Zeit, um zu kauen, einzuspeicheln, zu
zerkleinern, zu schlucken....usw. Die Verdauungsorgane haben reichlich Zeit, sich durch
Bildung von Magensäften auf die Nahrungszufuhr vorzubereiten. Bissen für Bissen gelangt in
unseren Magen und wird dort weiterverarbeitet. Der Dünndarm kann dem Speisebrei ganz
allmählich alle Nährstoffe und bioaktive Pflanzenstoffe entziehen. Sie werden Schritt für
Schritt von der Darmwand absorbiert und ins Blut abgegeben. Wird der Saft von der gleichen
Menge Obst/Gemüse in relativ kurzer Zeit aufgenommen, dadurch wird der Körper mit
Nährstoffen überschüttet und seine Verdauungsorgane kommen nicht hinterher. Der Körper
versucht zwar die durch, das plötzliche Überangebot von Zuckerstoffen, steil ansteigende
Blutzuckerkurve dadurch auszugleichen, dass die Bauchspeicheldrüse jede Menge Insulin
ausschüttet. Die Bauchspeicheldrüse ist solchen Belastungen aber auf Dauer nicht gewachsen,
es kann wie beim regelmäßigen Konsum von Industriezucker, der gewohnheitsmäßige
Konsum von Obstsäften zu Diabetes führen. Wenn Säfte mit Wasser oder Mineralwasser
versetzt werden kann das die Konzentration des aufgenommenen Zuckers pro Zeiteinheit
verringert werden und die Reaktionen des Körpers sind daher auch ziemlich viel schwächer.
Eine gute Alternative zu Gemüse aus Konservendosen, -gläsern etc. sind Tiefkühlprodukte
aus dem Bioladen, die sind in der Regel nicht so starker Denaturierung ausgesetzt. Sie werden
vor allem nicht so starker Hitze ausgesetzt und werden nach ziemlich kurzer Zeit eingefrostet
was den weiteren, natürlichen, Vitaminabbau stoppt. So sind Tiefkühlprodukte auch noch sehr
viel vitaminhaltiger als "frisches" Gemüse, dass schon einige Tage in der Auslage liegt.
Zusätzlich sollte auf Produkte aus biologischen Anbau zurückgegriffen werden,
da dies sehr viel weniger mit Pestiziden und Herbiziden belastet sind als Produkte
aus der konventionellen Landwirtschaft.