Originaltext gibt es hier: http://blane-parkour.blogspot.com/2006/11/hell-night.html

Hell Night

 

Es sind nun fast 7 Wochen Hell Night Training mit vielen Menschen die mich nach mehr Details über die Hell Night fragten, nun schaffe ich es endlich zu erklären was wir jeden Donnerstag machen.

Kameras werden nicht bei der Hell Night geduldet, weil man nicht am härtesten trainieren kann wenn man Pause macht um Fotos zu schieszen, dasz ist der Grund warum es keine Fotos von einer dieser Seszions gibt...Ich habe aber Photos aus meiner eigenen Kollektion angefügt um beszer erklären zu können, was wir tun.

 

Wir starten abends um 19 Uhr mit einer einfachenen Auflockerungsphase, so dasz wir nicht „kalt“/unaufgewärmt in die erste Phase gehen. Kurz danach steuern wir ein nahgelegenes Rugby Feld an und rennen ein paar Runden, bis unser Blut pumpt und unsere Körpertemperatur angestiegen ist… Wir gehen danach eine weitere Runde um das Feld während wir unsere Arme jeweils zu den Seiten, über uns ausstrecken und sie gründlich dehnen.

Unsere erste körperliche Aktivität in dieser Nacht ist an den Rugby Pfosten – wir klettern an einer Seite hoch und benutzen dabei nur unsere Arme schwingen über

das obere Ende und klettern auf der anderen Seite wieder hinunter nur mit der aus den Beinen erschaffenen Drehung aus dem Schwung über das obere Ende.  
(Our first physical activity of the night is on the rugby posts - we climb up one side just using our arms, swing across the top, and climb down the other side only using our legs to generate momentum on the swing across the top.)

 

Ein Lauf zu dem nahegelegenen Kriegsdenkmal und wir verbringen hier 10-15 Minuten mit gründlicher Dehnung und bereiten uns auf die kommende Nacht vor.

Nachdem alle fertig sind und sich locker fühlen, gehen wir zu der anderen Seite der Universität durch neben dem vorderen Tor. An dieser Stelle lösen wir unsere Gruppe auf und gehen unsere eigenen Wege, mit dem Ziel zum Kriegsdenkmal zurückzukommen, so leise wie es nur geht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf leisen Bewegungen und kontrollierter Muskelarbeit vor allem beim erklettern von Hinderniszen, tiefen Landungen und Krabbeln/Kriechen, wo es notwendig ist.  
Alles läuft kontrolliert ab und Geschwindigkeit ist das am wenigsten relevante bei dieser Übung. Im Schnitt braucht jeder etwa 15 Minuten um zurück zum Startpunkt zu gelangen, wenn sie sich wirklich auf grösztmögliche geräuschlose Fortbewegung konzentrieren. 


 Sobald wir alle wieder zusammen sind, beginnt die Hauptphase der Nacht und jeder weisz dasz die einfachen Sachen nun abgehakt sind. Alles von diesem Punkt an wird schmerzen.

 Diese Hauptphase ändert sich jede Woche und wird von Woche zu Woche immer härter. Ich werde nun erklären woraus Woche 6 bestand….

Die Gruppe wartet in der Liegestützhaltung bis jeder von uns dran war an einen Ast eines Baumes zu Springen, 10 Klimmzüge zu machen, dabei einen höheren Ast zu greifen und sich wieder langsam zu dem unteren Ast herabzulaszen, das wird wiederholt bis jeder 10 Klimmzüge gemacht hat. Wenn eine Person diese Klimmzug Herausforderung gemeistert hat, wartet er auf die anderen wieder in der Liegestützhaltung.

Wenn alle fertig sind, sind wir alle in der Liegestützhaltung und wenn wir schon da unten sind, machen wir 25 Liegestütze.

Ein kurzer Lauf um die Ecke und wir klettern auf ein Dach mit einem leichten Überhang, hier folgt nach 10 “Erkletterungen” ein 1 minütiges Hängen(Hängeposition?) direkt nach dem letzten Erklettern. Wenn du früher fertig wirst, wartest du in der Liegestützhaltung auf den Rest der Gruppe, egal wie lange es dauert bis sie ihre 10 Wiederholungen und das Hängen für ganze 60 Sekunden brauchen.
The burn on this exercise is great!


Sobald wir alle damit fertig sind, bewegen wir uns zu ein paar parallelen Fahrradständern und machen 1 Dip, gefolgt von einem Bauch Crunch, das wird wieder 10 mal wiederholt. An diesem Punkt, nach den Liegestützen, Erkletterungen und Klimmzügen, kann das eine wirkliche Herausforderung für Trizeps und Brust sein...



Direkt von dort aus geht es zu zwei parallelen,blauen Geländern in L-Form.

Wir setzen unsere Hände auf das eine und unsere Füsze auf das andere Geländer und hangeln uns das Geländer entlang, bis wir die Ecke erreichen, hier müszen wir unsere Füsze ausstrecken, während wir mit unseren Händen die Position zu halten, um die andere Kante des L’s zu erreichen. Ein weiteres aufwärts hangeln bringt uns zum Ende und wir bewältigen das gesamte Hindernis ein zweites Mal, ohne eine Pause einzulegen.




Als Nächstes gilt es einen senkrechten Lampenpfosten zu erklimmen, das Licht zu berühren und wieder hinunterzuklettern. Eine harte Prüfung wenn es regnet!

 

Von da hin zu einer Hausmauer mit einer scharfen Kante, wir hangeln an der Oberseite entlang zum, 20 Fusz(etwa 6,10 m)  entfernten, Ende. Dort klettern wir ein Regenrohr hinunter und warten in Liegestützstellung auf die anderen, damit sie aufschlieszen können.

 

Als nächstes, starten wir alle am unteren Ende eines steilen Treppenzuges auf allen vieren und laufen diese rückwarts hoch, wenn wir das Ende der Treppe erreicht haben, klettern wir, mit dem Kopf vorraus, die ganze Treppe wieder hinunter. Wenn das noch nicht so „spaszig“ war dann klettern wir die gesamte Treppe ein weiteres mal hinauf und wieder hinunter.

 

Nun eine Trageübung, bei der wir einen Partner auf unsere Schultern nehmen und mit ihm, so schnell wir können, 200 m sprinten, dann drehen wir um und die andere Person läuft die 200m mit dem Partner auf den Schultern.

 

Die nächste Übung ist die gleiche wie die bei dem blauen L-Geländern, aber diese sind um einiges länger. Es sind annähern 100 m und der Abstand zwischen den Händen und Füszen wird immer gröszer, wie unten zu sehen ist. Das ist eine Höllen-Training für die Unterarme!

Wenn man sich dem ende nähert, ist niemand mehr grosz genug um mit beiden Händen und Füszen die Geländer zu berühren, also laszen wir uns in die (untere) Armsprung Position fallen und hangeln so bis zum Ende.



Wir warten in Liegestützstellung bis alle fertig sind mit dem Geländern, starten um dann schnell die Länge dieser Schwarzen Geländer auf allen vieren zurückzulegen.

 

Rücken und Schultermuskulatur werden nun erneut getestet wenn wir horizontal an einer Serie von 12 Fensterleisten entlang klettern ohne den Boden zu berühren, dauert ungefähr 4-5 Minuten.

 

Direkt danach ist es Zeit zum Planchen ! Wir machen einen Planche an einer dicken Stange (A) was manchmal sehr hart ist nach den vorherigen Übungen, aber wenn wir uns einmal hochgestützt haben, klettern wir auf die Stange und klettern unter einer metallenen Treppe hinunter, unter den Stufen und benutzen dabei nur unsere Arme (B).


Unter der Treppe machen wir noch ein paar mehr Liegestütze, diesmal laszen wir uns 10 Sekunden Zeit um einen Liegestütz zu machen, machen auf halbem Weg eine kurze Pause und auch wenn wir unten sind. Unten lehnen wir uns bei der Pause zuerst zu unserer linken Hand und dann zu unserer rechten, dann zurück zur Mitte und drücken uns wieder hoch, dabei verstreichen wiederum 10 Sekunden. Das wird 5-8 Minuten wiederholt oder bis zu dem Punkt wo unsere Arme zittern und wir wieder unser Abendeszen schmecken können…Lecker.

 

Dann hängen wir uns an die Metallene Treppe (Klimmzugposition) und heben die Beine im rechten Winkel zum Körper für 20 Sekunden (L-Sit).

 

Nun zur vielleicht härtesten Aufgabe dieser Nacht, 1 Erklettern der unteren Mauer (auf dem Bild hier drunter), hinüberhangeln in Hüfthöhe, herunterlaszen und wieder hochziehen, dann wieder zurüchangeln und 5 mal wiederholen. Insgesamt sind das 10 Mauererkletterungen mit Hangeln auf Hüfthöhe zwischendurch und nach all der vorherigen Übung, wirst du das wirklich in den Armen spüren.

 



Als näxtes Klettern wir an Geländern die ein Fenstern vergittern, zu der Kante von einem Dach und Hangeln unter etwas Stacheldraht zu einem anderen, ebenfalls vergitterten, Fenster. Das folgende Foto entstand kurz bevor der Stacheldraht auf dem Dach angebracht wurde. 




Zeit wieder etwas zu krabbeln….nach dem Erklettern der Auszenseite der Wendeltreppe (oder der Innenseite wenn du muszt), krabbeln wir auf allen vieren über die Länge des Daches....nahe dem anderen Ende sind einige Dips zu machen, also machen wir 10, danach krabbeln wir weiter zu einer identischen Wendeltreppe auf der anderen Seite des Gebäudes und krabbeln diese ebenfalls, mit em Kopf voran, hinunter.

 


 

…und das ist nun eine Runde, wir trinken dann schnell etwas und rennen zurück zum Baum an dem wir angefangen haben und beginnen den Parcours noch einmal von vorn. Wir machen keine Pause zwischen den Übungen, wir warten immer in der Liegestützhaltung um zu warten, dasz alle die Übungen beendet haben. Es ist also eine zermürbende Trainingseinheit bei konstanter Beanpruchung. Wir machen normalerweise nur 3 Runden des Parcours benötigen dafür aber etwa 4 Stunden um diese zu vollenden. We usually only get through 3 laps of the course due to that taking around 4 hours to complete.


Obgleich es am Anfang wortwörtlich die Hölle war am Anfang, sind die Ergebnisze eines solch brutalen Trainings erwiesen, jeder der regelmäszig mitgemacht hat

Kommt inzwischen gut zurecht mit dem oben beschriebenen, zumindest in einem gewiszen Ausmasz. Das ist auch der Grund warum ich es jede Woche härter mache und wir damit die Zone verlaszen in der wir gemütlich damit umgehen können.

 

Die „Hell Night“ hat uns geholfen so viel stärker zu werden und unsere Ausdauer drastisch auszuweiten. Jeder sagt, dasz sein Parkour immens davon profitiert hat.

Nach der vierten oder fünften Woche „Hell Night“, konnte mein wöchentliches Training, was ich bis dahin hart fand, mich nicht mal mehr zum Schwitzen bringen, was zeigt wie effektiv diese Art des Trainings für deinen Körper ist.
 

 

Der andere Nutzen dieser Art des Trainings ist ein mentaler Aspekt, seit der Winter eingebrochen ist, sind die Nächte sehr kalt und dunkel geworden und es hat 3 mal geregnet während einer „Hell Night“. Du muszt mental darauf vorbereitet sein und es einfach akzeptieren, dich zum Limit pushen wollen, egal was für ein Wetter ist.

Ich kann es dir nur hoch empfehlen eine eigene Hell Night in deiner Gegend zu starten…trefft euch einmal in der Woche mit ein paar Freunden mit dem Ziel euch komplett physisch fertig machen zu wollen und euch bis an das Limit und darüber hinaus zu belasten, vielleicht bis hin zum völligen Versagen von Muskelpartien.

Wiederhole das Woche für Woche und ich verspreche dir, dasz es deinen Körper komplett andern wird und es dir so viel mehr Kraft und Selbstvertrauen für dein Parkour geben wird. 

Anfang des neuen Jahres werde ich die neueste Version posten von dem was wir machen mit dazugehörigen Fotos von einer der Nächte...wir werden bis dahin wahrscheinlich Gewichtswesten tragen für die Übungen.

 

-Blane