Wir starten abends um 19 Uhr mit einer einfachenen
Auflockerungsphase, so dasz wir nicht „kalt“/unaufgewärmt in die erste Phase
gehen. Kurz danach steuern wir ein nahgelegenes Rugby Feld an und rennen ein
paar Runden, bis unser Blut pumpt und unsere Körpertemperatur angestiegen ist…
Wir gehen danach eine weitere Runde um das Feld während wir unsere Arme jeweils
zu den Seiten, über uns ausstrecken und sie gründlich dehnen.
Unsere erste
körperliche Aktivität in dieser Nacht ist an den Rugby Pfosten – wir klettern
an einer Seite hoch und benutzen dabei nur unsere Arme schwingen über
das obere Ende und klettern auf der anderen Seite wieder hinunter
nur mit der aus den Beinen erschaffenen Drehung aus dem Schwung über das obere
Ende.
(Our first physical
activity of the night is on the rugby posts - we climb up one side just using
our arms, swing across the top, and climb down the other side only using our
legs to generate momentum on the swing across the top.)
Ein Lauf zu dem nahegelegenen Kriegsdenkmal und wir verbringen
hier 10-15 Minuten mit gründlicher Dehnung und bereiten uns auf die kommende
Nacht vor.
Nachdem alle fertig sind und sich locker fühlen, gehen wir zu der
anderen Seite der Universität durch neben dem vorderen Tor. An dieser Stelle lösen
wir unsere Gruppe auf und gehen unsere eigenen Wege, mit dem Ziel zum
Kriegsdenkmal zurückzukommen, so leise wie es nur geht. Der Schwerpunkt liegt
dabei auf leisen Bewegungen und kontrollierter Muskelarbeit vor allem beim
erklettern von Hinderniszen, tiefen Landungen und Krabbeln/Kriechen, wo es
notwendig ist.
Alles läuft kontrolliert ab und Geschwindigkeit ist das am wenigsten relevante
bei dieser Übung. Im Schnitt braucht jeder etwa 15 Minuten um zurück zum
Startpunkt zu gelangen, wenn sie sich wirklich auf grösztmögliche geräuschlose
Fortbewegung konzentrieren.
Sobald wir alle wieder zusammen sind,
beginnt die Hauptphase der Nacht und jeder weisz dasz die einfachen Sachen nun
abgehakt sind. Alles von diesem Punkt an wird schmerzen.
Diese Hauptphase ändert sich jede Woche
und wird von Woche zu Woche immer härter. Ich werde nun erklären woraus Woche 6
bestand….
Die Gruppe wartet in der Liegestützhaltung bis jeder von uns dran war an einen
Ast eines Baumes zu Springen, 10 Klimmzüge zu machen, dabei einen höheren Ast
zu greifen und sich wieder langsam zu dem unteren Ast herabzulaszen, das wird
wiederholt bis jeder 10 Klimmzüge gemacht hat. Wenn eine Person diese Klimmzug
Herausforderung gemeistert hat, wartet er auf die anderen wieder in der Liegestützhaltung.
Wenn alle fertig sind, sind wir alle in der Liegestützhaltung und wenn wir
schon da unten sind, machen wir 25 Liegestütze.
Ein kurzer Lauf um die Ecke und wir klettern auf ein Dach mit einem leichten
Überhang, hier folgt nach 10 “Erkletterungen” ein 1 minütiges
Hängen(Hängeposition?) direkt nach dem letzten Erklettern. Wenn du früher
fertig wirst, wartest du in der Liegestützhaltung auf den Rest der Gruppe, egal
wie lange es dauert bis sie ihre 10 Wiederholungen und das Hängen für ganze 60
Sekunden brauchen. The burn on
this exercise is great!

Sobald wir alle damit fertig sind, bewegen wir uns
zu ein paar parallelen Fahrradständern und machen 1 Dip, gefolgt von einem
Bauch Crunch, das wird wieder 10 mal wiederholt. An diesem Punkt, nach den
Liegestützen, Erkletterungen und Klimmzügen, kann das eine wirkliche
Herausforderung für Trizeps und Brust sein...

Direkt von dort aus geht es zu zwei parallelen,blauen Geländern in L-Form.
Wir setzen unsere Hände auf das eine und unsere Füsze auf das
andere Geländer und hangeln uns das Geländer entlang, bis wir die Ecke
erreichen, hier müszen wir unsere Füsze ausstrecken, während wir mit unseren
Händen die Position zu halten, um die andere Kante des L’s zu erreichen. Ein
weiteres aufwärts hangeln bringt uns zum Ende und wir bewältigen das gesamte
Hindernis ein zweites Mal, ohne eine Pause einzulegen.

Als Nächstes gilt es einen senkrechten Lampenpfosten zu erklimmen, das Licht zu
berühren und wieder hinunterzuklettern. Eine harte Prüfung wenn es regnet!
Von da hin zu einer Hausmauer mit einer scharfen Kante, wir
hangeln an der Oberseite entlang zum, 20 Fusz(etwa 6,10 m) entfernten, Ende. Dort klettern wir ein
Regenrohr hinunter und warten in Liegestützstellung auf die anderen, damit sie
aufschlieszen können.
Als nächstes, starten wir alle am unteren Ende eines steilen
Treppenzuges auf allen vieren und laufen diese rückwarts hoch, wenn wir das
Ende der Treppe erreicht haben, klettern wir, mit dem Kopf vorraus, die ganze
Treppe wieder hinunter. Wenn das noch nicht so „spaszig“ war dann klettern wir
die gesamte Treppe ein weiteres mal hinauf und wieder hinunter.
Nun eine Trageübung, bei der wir einen Partner auf unsere
Schultern nehmen und mit ihm, so schnell wir können, 200 m sprinten, dann
drehen wir um und die andere Person läuft die 200m mit dem Partner auf den
Schultern.
Die nächste Übung ist die gleiche wie die bei dem blauen
L-Geländern, aber diese sind um einiges länger. Es sind annähern 100 m und der
Abstand zwischen den Händen und Füszen wird immer gröszer, wie unten zu sehen
ist. Das ist eine Höllen-Training für die Unterarme!
Wenn man sich dem ende nähert, ist niemand mehr grosz genug um mit
beiden Händen und Füszen die Geländer zu berühren, also laszen wir uns in die
(untere) Armsprung Position fallen und hangeln so bis zum Ende.
Wir warten in Liegestützstellung bis alle fertig sind mit dem Geländern, starten um dann schnell die Länge dieser Schwarzen Geländer auf allen vieren zurückzulegen.
Rücken und Schultermuskulatur werden nun erneut getestet wenn wir horizontal an einer Serie von 12 Fensterleisten entlang klettern ohne den Boden zu berühren, dauert ungefähr 4-5 Minuten.
Direkt danach ist es Zeit zum Planchen ! Wir machen einen Planche an einer dicken Stange (A) was manchmal
sehr hart ist nach den vorherigen Übungen, aber wenn wir uns einmal
hochgestützt haben, klettern wir auf die Stange und klettern unter einer
metallenen Treppe hinunter, unter den Stufen und benutzen dabei nur unsere Arme
(B).
![]()

Unter der Treppe machen wir noch ein paar mehr
Liegestütze, diesmal laszen wir uns 10 Sekunden Zeit um einen Liegestütz zu
machen, machen auf halbem Weg eine kurze Pause und auch wenn wir unten sind.
Unten lehnen wir uns bei der Pause zuerst zu unserer linken Hand und dann zu
unserer rechten, dann zurück zur Mitte und drücken uns wieder hoch, dabei
verstreichen wiederum 10 Sekunden. Das wird 5-8 Minuten wiederholt oder bis zu
dem Punkt wo unsere Arme zittern und wir wieder unser Abendeszen schmecken
können…Lecker.
Dann hängen wir uns an die Metallene Treppe (Klimmzugposition) und
heben die Beine im rechten Winkel zum Körper für 20 Sekunden (L-Sit).
Nun zur vielleicht härtesten Aufgabe dieser Nacht, 1 Erklettern
der unteren Mauer (auf dem Bild hier drunter), hinüberhangeln in Hüfthöhe,
herunterlaszen und wieder hochziehen, dann wieder zurüchangeln und 5 mal wiederholen.
Insgesamt sind das 10 Mauererkletterungen mit Hangeln auf Hüfthöhe
zwischendurch und nach all der vorherigen Übung, wirst du das wirklich in den
Armen spüren.

Als näxtes Klettern wir an Geländern die ein Fenstern vergittern, zu der Kante
von einem Dach und Hangeln unter etwas Stacheldraht zu einem anderen, ebenfalls
vergitterten, Fenster. Das folgende Foto entstand kurz bevor der Stacheldraht
auf dem Dach angebracht wurde.

Zeit wieder etwas zu krabbeln….nach dem Erklettern der Auszenseite der
Wendeltreppe (oder der Innenseite wenn du muszt), krabbeln wir auf allen vieren
über die Länge des Daches....nahe dem anderen Ende sind einige Dips zu machen,
also machen wir 10, danach krabbeln wir weiter zu einer identischen
Wendeltreppe auf der anderen Seite des Gebäudes und krabbeln diese ebenfalls,
mit em Kopf voran, hinunter.
…und das ist nun eine Runde, wir trinken dann schnell etwas und
rennen zurück zum Baum an dem wir angefangen haben und beginnen den Parcours
noch einmal von vorn. Wir machen keine Pause zwischen den Übungen, wir warten
immer in der Liegestützhaltung um zu warten, dasz alle die Übungen beendet
haben. Es ist also eine zermürbende Trainingseinheit bei konstanter
Beanpruchung. Wir machen normalerweise nur 3 Runden des Parcours benötigen
dafür aber etwa 4 Stunden um diese zu vollenden. We usually only get through 3 laps of the
course due to that taking around 4 hours to complete.
Obgleich es am Anfang wortwörtlich die Hölle war am
Anfang, sind die Ergebnisze eines solch brutalen Trainings erwiesen, jeder der
regelmäszig mitgemacht hat
Kommt inzwischen gut zurecht mit dem oben beschriebenen, zumindest
in einem gewiszen Ausmasz. Das ist auch der Grund warum ich es jede Woche
härter mache und wir damit die Zone verlaszen in der wir gemütlich damit
umgehen können.
Die „Hell Night“ hat uns geholfen so viel stärker zu werden und
unsere Ausdauer drastisch auszuweiten. Jeder sagt, dasz sein Parkour immens
davon profitiert hat.
Nach der vierten oder fünften Woche „Hell Night“, konnte mein wöchentliches
Training, was ich bis dahin hart fand, mich nicht mal mehr zum Schwitzen bringen,
was zeigt wie effektiv diese Art des Trainings für deinen Körper ist.
Der andere Nutzen dieser Art des Trainings ist ein mentaler
Aspekt, seit der Winter eingebrochen ist, sind die Nächte sehr kalt und dunkel
geworden und es hat 3 mal geregnet während einer „Hell Night“. Du muszt mental
darauf vorbereitet sein und es einfach akzeptieren, dich zum Limit pushen
wollen, egal was für ein Wetter ist.
Ich kann es dir nur hoch empfehlen eine eigene Hell
Night in deiner Gegend zu starten…trefft euch einmal in der Woche mit ein paar
Freunden mit dem Ziel euch komplett physisch fertig machen zu wollen und euch
bis an das Limit und darüber hinaus zu belasten, vielleicht bis hin zum
völligen Versagen von Muskelpartien.
Wiederhole das Woche für Woche und ich verspreche dir, dasz es
deinen Körper komplett andern wird und es dir so viel mehr Kraft und
Selbstvertrauen für dein Parkour geben wird.
Anfang des neuen Jahres werde ich die neueste Version posten von dem was wir
machen mit dazugehörigen Fotos von einer der Nächte...wir werden bis dahin
wahrscheinlich Gewichtswesten tragen für die Übungen.
-Blane