Die Kunst der Bewegung

Montag 7. Mai 2007, 10:36 Uhr


Magdeburg (ddp-lsa). Für Michael Schütze und seine Sportfreunde ist der Weg das Ziel. Egal ob Treppen, Parkbänke, Mauern, Papierkörbe oder Geländer, für die Jugendlichen ist alles interessant, worauf man klettern oder von dem man springen kann. Sie gehören zur Gruppe «Senshi Parkour Magdeburg». Parkour ist eine Sportart, die in Frankreich ihren Ursprung hat. Ziel ist es dabei, möglichst effizient und ohne Hilfsmittel öffentliche Hindernisse zu überwinden.

Wann ihn das Parkour-Fieber erfasste, weiß Schütze noch

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ganz genau. «Vor drei Jahren sah ich im Fernsehen einen Beitrag über Parkour. Am nächsten Tag begannen meine ersten Versuche», erinnert sich der 24-Jährige. Seine Begeisterung steckte an und schon bald trafen sich Parkour-Fans zum regelmäßigen Training. In den vergangenen drei Jahren hielten von etwa 50 Interessierten nur wenige dem Sport die Treue, denn Parkour ist anstrengend und das Beherrschen einiger Sprünge dauert oft Jahre. Heute gehören zu «Senshi Parkour Magdeburg» fünf aktive Traceure, wie die Sportler genannt werden. Auch im Umland der Landeshauptstadt gibt es mehrere Kleingruppen, die Parkour-Techniken trainieren.

Bei Parkour geht es in erster Linie um Effizienz, körperliche sowie geistige Kontrolle und Sicherheit. «Auch wenn einige Aktionen halsbrecherisch aussehen, ein guter Traceur geht kein unkontrolliertes Risiko ein. Die korrekte Sprungtechnik steht immer im Vordergrund. Gefährliche Showeffekte sind unserem Sport nicht dienlich», erklärt Schütze. Bei Parkour gibt es auch keine Wettkämpfe nach dem Motto höher, schneller, weiter. Es ist eine sehr individuelle Sportart, die sich stark an den jeweiligen körperlichen Voraussetzungen der Läufer ausrichtet. Um in Übung zu bleiben, trainieren die Jugendlichen dreimal pro Woche. «Bei Parkour ist es wichtig, mentale Blockaden abzubauen und Respekt vor dem Hindernis zu entwickeln. Dafür sind häufige Wiederholungen unerlässlich», erläutert der Student. Nur unter solchen Voraussetzungen sind Treppen- oder Mauersprünge aus großer Höhe möglich.

Die Reaktionen auf die noch junge Sportart sind durchaus unterschiedlich. «Es gibt Leute die uns den Vogel zeigen, wenn wir herumspringen. Andere fragen ganz neugierig, was wir da machen», so Schütze. Oberstes Gebot bei den Aktionen ist es, nichts zu beschädigen oder zu zerstören. «Wir betonen immer wieder, dass Parkour nichts Illegales ist. Das ist wichtig, um Akzeptanz für diesen Sport zu bekommen.» Trainiert wird nur im öffentlichen Raum. Die Magdeburger üben meistens in den großzügigen Anlagen rund um das Kloster Unser Lieben Frauen, wo sich zahlreiche Treppen, Geländer und Mauern finden. Privateigentum ist für die Jugendlichen tabu.

Um die Traceure und Parkour-Gruppen in Sachsen-Anhalt zu vernetzen und neue Interessenten zu gewinnen, veranstaltet «Senshi Parkour Magdeburg» am 12. und 13. Mai ein großes Parkour-Treffen. An diesen beiden Tagen können sich jeweils ab 14.00 Uhr vor dem Kloster Unser Lieben Frauen erfahrene Läufer austauschen und Interessierte zuschauen oder erste Übungen absolvieren. Interessenten sollten rutschfeste Sportschuhe und Trainingsbekleidung mitbringen. «Für Parkour gibt es kein Mindestalter, grundsätzlich ist bei uns jeder willkommen, der Spaß an Bewegungsabläufen hat», sagt Michael Schütze.

(ddp)


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